Tour de France

Ein Held hautnah.

Gourmetreise von Andreas Döllerer im Juni 2016

Bereits in der Hotelfachschule in Bad Hofgastein zeigte sich, dass ich mich in einigen Dingen anders entwickeln würde als meine Freunde und Klassenkameraden. Allein dadurch, weil die meisten Kurt Cobain oder The Doors verehrten, während mein großer Held schon damals Michel Bras war. Heute frage ich mich, warum es eigentlich so lange gedauert hat, bis ich die Reise nach Laguiole angetreten habe. Die gut 1.200 km Entfernung oder die Lage seines Restaurants im Nirgendwo zwischen Lyon, Clermont-Ferrand und Montpellier? Oder aber die Angst, ein Besuch und eine mögliche Enttäuschung würde für mich ein echtes Denkmal stürzen? Egal, im Juni war es soweit und ich machte mich mit einer kleinen Runde auf den Weg.

Wie gewohnt haben wir natürlich auch diesmal den Bras-Besuch mit dem einiger anderer Restaurants verbunden. Dass eine Reise nach Frankreich zur Zeit der EURO schwierig sein könnte, war mir klar, dass aber nahezu alle öffentlichen Verkehrsmittel des Landes bestreikt würden, war dann doch überraschend. Also machten wir uns kurzerhand mit dem Auto auf den Weg von Paris ins Aubrac. Nach etwa sechs Stunden erreichten wir das puristisch anmutende Anwesen und freuten uns auf einen besonderen Abend. Und der wurde es auch dank der wunderbaren Küche von Michel und Sébastien Bras, der seinen Vater in der Zwischenzeit schon als Küchenchef abgelöst hat.

Die Klassiker wie das „Gargouillou“, ein Salat aus über 60 verschiedenen Gemüsen und Kräutern, oder auch der Schokoladekuchen – das wahrscheinlich meist kopierte Gericht der letzten 30 Jahre – mit flüssigem Kern „Coulant au chocolat“ sind einfach unglaubliche Gerichte. Auch die anderen Gänge unseres Menüs waren herrlich leicht, säurebalanciert und trugen die deutliche Signatur Bras. Wir schliefen wunderbar in ebensolchen Zimmern und machten uns am nächsten Tag auf den Weg nach Lyon, natürlich nicht ohne vorher eine der traditionellen Messerschmieden in Laguiole besucht zu haben.

Fassade-Bras_440x380

Die Fassade des Restaurants Michel Bras, das einen herrlichen Blick ins Aubac ermöglicht.

Andi-mit-Michel-Bras_285x250580efcf4256dcAndreas mit Küchenchef Sébastien Bras, dem Sohn von Michel.

Salat_285x250Das berühmte „Garguillou“ von Michel Bras ist nicht nur ein Augenschmaus.

Kuchen_285x250Der Schokoladekuchen mit flüssigem Kern steht für die Küche von Bras.

Wiederum stand ein ganz Großer am Programm – Paul Bocuse in Collonges-au-Mont-d‘Or. Nach einem herzlichen Empfang wurden wir durch Küche und Weinkeller geführt und hatten einen rundum schönen Abend in einem Ambiente irgendwo zwischen Disneyland und Museum. Die legendäre Trüffelsuppe und das Bresse-Huhn in der Schweinsblase mussten natürlich sein, die Seezunge „Fernand Point“ und der Dessertwagen gaben uns dann genussvoll den Rest. Große Klassik, die auch in der heutigen Zeit ihren Platz haben muss!

Messermanufaktur_285x250Zu Besuch in der traditionellen Messermanufaktur Forge de Laguiole.

Tr-ffelsuppe_285x250Die legendäre Trüffelsuppe von Bocuse in Collonges-au-Mont-d’Or.

Schweinsblase_285x250Zwei Bresse-Hühner in der Schweinsblase bei Paul Bocuse.

Service_440x380

Service durch Kellner im Smoking im Pavillon Le Ledoyen.

Nach wenigen Stunden Schlaf saßen wir schon wieder im Auto zurück Richtung Paris. Schnell einen Apéro in einem Café in der Rue du Faubourg St.-Honoré und schon stand uns das nächste Highlight bevor – ein Lunch im ehrwürdigen Pavillon Ledoyen, der ja jetzt unter der Leitung von Yannick Alléno steht. Das Setting ist einfach sensationell: Großer, eleganter Speisesaal, riesige Fensterfronten, Silber, Kellner im Smoking. Man sitzt direkt an den Champs Élysées und trotzdem im Grünen, einfach wunderbar. Die Gerichte, die Alléno servieren ließ, waren sehr geschmackssicher, modern und spannend. Dass jetzt auch die Franzosen die Fermentation entdeckt haben, ist übrigens bemerkenswert.

Der Abend nach dem Ledoyen war dann weniger gelungen, was aber nichts mit dem Essen, sondern mit der Leistung des österreichischen Fußballteams im Match gegen Ungarn zu tun hatte. Wir haben übrigens auch in Paris ein sehr nettes Hotel gefunden, das „Le Pradey“, ideal zwischen Louvre und Place de la Concorde gelegen. Wir Herren hatten natürlich immer noch Appetit und schoben noch einen Lunch bei Joël Robuchon in seinem Atelier L’Etoile ein. Wie bei allen meinen vergangenen Besuchen fanden wir auch hier wieder tolles Essen in legerer Atmosphäre und natürlich – das legendäre Erdäpfelpüree.

Ein Held hautnah. Gourmetreise von Andreas Döllerer im Juni 2016 Bereits in der Hotelfachschule in Bad Hofgastein zeigte sich, dass ich mich in einigen Dingen anders entwickeln würde als... mehr erfahren »
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Tour de France

Ein Held hautnah.

Gourmetreise von Andreas Döllerer im Juni 2016

Bereits in der Hotelfachschule in Bad Hofgastein zeigte sich, dass ich mich in einigen Dingen anders entwickeln würde als meine Freunde und Klassenkameraden. Allein dadurch, weil die meisten Kurt Cobain oder The Doors verehrten, während mein großer Held schon damals Michel Bras war. Heute frage ich mich, warum es eigentlich so lange gedauert hat, bis ich die Reise nach Laguiole angetreten habe. Die gut 1.200 km Entfernung oder die Lage seines Restaurants im Nirgendwo zwischen Lyon, Clermont-Ferrand und Montpellier? Oder aber die Angst, ein Besuch und eine mögliche Enttäuschung würde für mich ein echtes Denkmal stürzen? Egal, im Juni war es soweit und ich machte mich mit einer kleinen Runde auf den Weg.

Wie gewohnt haben wir natürlich auch diesmal den Bras-Besuch mit dem einiger anderer Restaurants verbunden. Dass eine Reise nach Frankreich zur Zeit der EURO schwierig sein könnte, war mir klar, dass aber nahezu alle öffentlichen Verkehrsmittel des Landes bestreikt würden, war dann doch überraschend. Also machten wir uns kurzerhand mit dem Auto auf den Weg von Paris ins Aubrac. Nach etwa sechs Stunden erreichten wir das puristisch anmutende Anwesen und freuten uns auf einen besonderen Abend. Und der wurde es auch dank der wunderbaren Küche von Michel und Sébastien Bras, der seinen Vater in der Zwischenzeit schon als Küchenchef abgelöst hat.

Die Klassiker wie das „Gargouillou“, ein Salat aus über 60 verschiedenen Gemüsen und Kräutern, oder auch der Schokoladekuchen – das wahrscheinlich meist kopierte Gericht der letzten 30 Jahre – mit flüssigem Kern „Coulant au chocolat“ sind einfach unglaubliche Gerichte. Auch die anderen Gänge unseres Menüs waren herrlich leicht, säurebalanciert und trugen die deutliche Signatur Bras. Wir schliefen wunderbar in ebensolchen Zimmern und machten uns am nächsten Tag auf den Weg nach Lyon, natürlich nicht ohne vorher eine der traditionellen Messerschmieden in Laguiole besucht zu haben.

Fassade-Bras_440x380

Die Fassade des Restaurants Michel Bras, das einen herrlichen Blick ins Aubac ermöglicht.

Andi-mit-Michel-Bras_285x250580efcf4256dcAndreas mit Küchenchef Sébastien Bras, dem Sohn von Michel.

Salat_285x250Das berühmte „Garguillou“ von Michel Bras ist nicht nur ein Augenschmaus.

Kuchen_285x250Der Schokoladekuchen mit flüssigem Kern steht für die Küche von Bras.

Wiederum stand ein ganz Großer am Programm – Paul Bocuse in Collonges-au-Mont-d‘Or. Nach einem herzlichen Empfang wurden wir durch Küche und Weinkeller geführt und hatten einen rundum schönen Abend in einem Ambiente irgendwo zwischen Disneyland und Museum. Die legendäre Trüffelsuppe und das Bresse-Huhn in der Schweinsblase mussten natürlich sein, die Seezunge „Fernand Point“ und der Dessertwagen gaben uns dann genussvoll den Rest. Große Klassik, die auch in der heutigen Zeit ihren Platz haben muss!

Messermanufaktur_285x250Zu Besuch in der traditionellen Messermanufaktur Forge de Laguiole.

Tr-ffelsuppe_285x250Die legendäre Trüffelsuppe von Bocuse in Collonges-au-Mont-d’Or.

Schweinsblase_285x250Zwei Bresse-Hühner in der Schweinsblase bei Paul Bocuse.

Service_440x380

Service durch Kellner im Smoking im Pavillon Le Ledoyen.

Nach wenigen Stunden Schlaf saßen wir schon wieder im Auto zurück Richtung Paris. Schnell einen Apéro in einem Café in der Rue du Faubourg St.-Honoré und schon stand uns das nächste Highlight bevor – ein Lunch im ehrwürdigen Pavillon Ledoyen, der ja jetzt unter der Leitung von Yannick Alléno steht. Das Setting ist einfach sensationell: Großer, eleganter Speisesaal, riesige Fensterfronten, Silber, Kellner im Smoking. Man sitzt direkt an den Champs Élysées und trotzdem im Grünen, einfach wunderbar. Die Gerichte, die Alléno servieren ließ, waren sehr geschmackssicher, modern und spannend. Dass jetzt auch die Franzosen die Fermentation entdeckt haben, ist übrigens bemerkenswert.

Der Abend nach dem Ledoyen war dann weniger gelungen, was aber nichts mit dem Essen, sondern mit der Leistung des österreichischen Fußballteams im Match gegen Ungarn zu tun hatte. Wir haben übrigens auch in Paris ein sehr nettes Hotel gefunden, das „Le Pradey“, ideal zwischen Louvre und Place de la Concorde gelegen. Wir Herren hatten natürlich immer noch Appetit und schoben noch einen Lunch bei Joël Robuchon in seinem Atelier L’Etoile ein. Wie bei allen meinen vergangenen Besuchen fanden wir auch hier wieder tolles Essen in legerer Atmosphäre und natürlich – das legendäre Erdäpfelpüree.

ZUM WOHLE!
Ich bin Monsieur Flapeau, Flapeau wie FLAschenPOst, Spitzname „Meister Flapo“. Stets gut gelaunt habe ich als Online-Kellermeister von Döllerer’s Weinhandelshaus sozusagen unser ganzes Sortiment abrufbereit im Kopf und helfe Ihnen jederzeit gerne weiter. Denn bei mehr als 5.000 Artikeln rund um das Thema Wein fällt die Auswahl schon mal schwer. Einfach nur Weintyp, Weinstil und Zweck/Anlass auswählen und Ihre individuelle Weinempfehlung ist nur mehr einen Klick entfernt.